120. Das Wahlsystem in Deutschland ist ein …

Antwortmöglichkeiten

  1. Zensuswahlrecht.
  2. Dreiklassenwahlrecht.
  3. Mehrheits- und Verhältniswahlrecht.
  4. allgemeines Männerwahlrecht.

Richtige Antwort

Mehrheits- und Verhältniswahlrecht.

Erläuterung

Deutschland verwendet das personalisierte Verhältniswahlrecht, also eine Kombination aus Mehrheitswahl in den Wahlkreisen (Erststimme) und Verhältniswahl über Landeslisten (Zweitstimme), wobei die Zweitstimme die proportionale Sitzverteilung bestimmt. Die Wahlrechtsgrundsätze des Art. 38 Abs. 1 GG – allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim – prägen das System; die 5‑Prozent‑Klausel sowie der Umgang mit Überhang‑ und Ausgleichsmandaten dienen der Funktionsfähigkeit des Parlaments. Das BVerfG hat durch Leitentscheidungen (u. a. 2008, 2012) negatives Stimmgewicht untersagt und den Gesetzgeber zu Korrekturen verpflichtet. Zensus- und Dreiklassenwahlrecht sind vormoderne, ständisch geprägte Modelle; das allgemeine Männerwahlrecht galt im Kaiserreich für den Reichstag, heute besteht allgemeines, geschlechterneutrales Wahlrecht.

Amtliche Quellen

Die deutschen Fragen stammen aus dem BAMF-Gesamtfragenkatalog für den Einbürgerungstest und Leben in Deutschland. Erläuterungen sind redaktionelle Lernhilfen; prüfen Sie rechtliche Details in den amtlichen Quellen.