70. Der deutsche Bundespräsident Gustav Heinemann gibt Helmut Schmidt 1974 die Ernennungsurkunde zum deutschen Bundeskanzler. Was gehört zu den Aufgaben des deutschen Bundespräsidenten / der deutschen Bundespräsidentin?

Abbildung zur Frage 70: Der deutsche Bundespräsident Gustav Heinemann gibt Helmut Schmidt 1974 die Ernennungsurkunde zum deutschen Bundeskanzler. Was gehört zu den Aufgaben des deutschen Bundespräsidenten / der deutschen Bundespräsidentin?

Antwortmöglichkeiten

  1. 1. Er / Sie führt die Regierungsgeschäfte.
  2. 2. Er / Sie kontrolliert die Regierungspartei.
  3. 3. Er / Sie wählt die Minister / Ministerinnen aus.
  4. 4. Er / Sie schlägt den Kanzler / die Kanzlerin zur Wahl vor.

Richtige Antwort

4. Er / Sie schlägt den Kanzler / die Kanzlerin zur Wahl vor.

Erläuterung

Nach Art. 63 Abs. 1 GG schlägt der Bundespräsident dem Bundestag eine Kandidatin oder einen Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers zur Wahl vor; nach erfolgter Wahl ernennt er die/den Gewählte(n) (Art. 63 Abs. 2 GG) und ernennt bzw. entlässt die Bundesminister auf Vorschlag des Bundeskanzlers (Art. 64 GG). Er führt weder die Regierungsgeschäfte noch kontrolliert er Parteien; der Regierungschef ist der Bundeskanzler (Art. 65 GG, Kanzlerprinzip). Der Bundespräsident hat vornehmlich integrative und formelle Funktionen, verfügt jedoch über begrenzte Reservekompetenzen, etwa die Möglichkeit der Auflösung des Bundestages in Konstellationen der Art. 63 Abs. 4 und Art. 68 GG. Die Übergabe der Ernennungsurkunde an Helmut Schmidt 1974 durch Gustav Heinemann veranschaulicht die formale Rolle des Staatsoberhaupts im parlamentarischen Regierungssystem der Bundesrepublik.

Amtliche Quellen

Die deutschen Fragen stammen aus dem BAMF-Gesamtfragenkatalog für den Einbürgerungstest und Leben in Deutschland. Erläuterungen sind redaktionelle Lernhilfen; prüfen Sie rechtliche Details in den amtlichen Quellen.