292. Die Menschen in Deutschland leben nach dem Grundsatz der religiösen Toleranz. Was bedeutet das?

Antwortmöglichkeiten

  1. Es dürfen keine Moscheen gebaut werden.
  2. Alle Menschen glauben an Gott.
  3. Jeder kann glauben, was er möchte.
  4. Der Staat entscheidet, an welchen Gott die Menschen glauben.

Richtige Antwort

Jeder kann glauben, was er möchte.

Erläuterung

Religiöse Toleranz ist im Grundgesetz verankert: Art. 4 GG garantiert die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die ungestörte Religionsausübung; über Art. 140 GG gelten zudem die kirchenrechtlichen Bestimmungen der Weimarer Reichsverfassung (u. a. Art. 137 WRV: keine Staatskirche). Sie umfasst positive wie negative Religionsfreiheit und verpflichtet den Staat zu weltanschaulich-religiöser Neutralität und Gleichbehandlung. Deutschland folgt dem Modell der kooperativen Trennung: Religionsgemeinschaften können Körperschaften des öffentlichen Rechts sein, ohne dass der Staat den Glauben vorgibt. Vor dem Hintergrund konfessioneller Konflikte und der Verfolgung unter dem Nationalsozialismus schützt die Rechtsprechung des BVerfG (z. B. Kruzifix- und Kopftuch-Entscheidungen) konsequent individuelle Glaubensfreiheit und Pluralismus.

Amtliche Quellen

Die deutschen Fragen stammen aus dem BAMF-Gesamtfragenkatalog für den Einbürgerungstest und Leben in Deutschland. Erläuterungen sind redaktionelle Lernhilfen; prüfen Sie rechtliche Details in den amtlichen Quellen.